Zürcher Landzeitung | Freitag, 5. Juni 2009

"Wir müssen uns wieder neu beweisen"

photo: Tabea Hüberli

Sie waren eine einfache Mädchenband und avancierten unverhofft zum ersten grossen Musikhype der Schweiz: Die Delilahs aus Zug. Nach vier Jahren ist viel heisse Luft verpufft und die Band ist bescheidener, aber auch selbstbewusster geworden. Die Zürcher Landzeitung sprach mit den beiden Frontfrauen Muriel Rhyner und Isabella Eder über ihr Comeback.

Mit Muriel Rhyner und Isabella Eder sprach Martin Sturzenegger


Ihr sagt, dass ihr euch von einer Girliegroup zur Rockband entwickelt habt. Was heisst das genau? Muriel Rhyner: Wir sind härter geworden, trauen uns mehr zu und haben grundsätzlich mehr Spass an der Musik. Eigentlich spielten wir schon immer „unsere Musik“, doch wir sind in den letzten Jahren mit der Musik gewachsen und es wird sich noch weiter entwickeln: Die neuen Bandmitglieder Dani (Daniel Fischer am Schlagzeug) und Philipp (Philipp Rhyner an der Live-Gitarre), sind noch nicht lange in der Band. Mit diesem neuen Team können wir nun so richtig loslegen.

Girliegroup ist kein positiver Ausdruck. Schämt ihr euch für eure Vergangenheit? Isabella Eder: Das nicht, aber es wurde von der Presse vieles aufgeblasen und uns wurde dieses Image von der Öffentlichkeit aufgedrückt.

Ging alles ein bisschen schnell? Eder: Wir hatten damals die Gelegenheit auf grossen Festivals zu spielen, waren aber noch nicht wirklich bereit dafür. Jetzt sind wir bereit dafür, kriegen aber weniger Angebote. Ein bisschen paradox. Wir müssen uns jetzt wieder neu beweisen, was auch eine Chance sein kann.
Rhyner: Auch wenn damals mit dem Management vieles schief gelaufen ist – wir werfen uns nichts vor. Ich glaube viele Bands hätten in dieser Situation ähnlich gehandelt. Viel schlimmer wäre es, wenn wir mit 30 Jahren verbittert wären und nicht genutzten Chancen nachtrauern würden.

Ihr hattet keinen besonders guten Ruf als Liveband. Bei den jüngsten Auftritten konntet ihr aber sehr überzeugen.
Rhyner: Wir wollten schon immer dahin, wo wir jetzt stehen. Doch es waren einfach zu viele Barrieren da, die wir nicht durchbrechen konnten. Es gab Bandmitglieder, die nicht den nötigen „Punk“ in sich hatten, obwohl sie gut spielten. Diesbezüglich hat sich mit dem neuen Schlagzeuger viel verändert, da er aus dieser Ecke kommt (Der Berner Daniel Fischer spielt auch bei den Metallern „Unhold“ und der Garageband „Fuckadies“).

Ihr habt über 150 Konzerte in ganz Europa gespielt und tratet als Support für weltbekannte Bands wie Maximo Park oder Black Rebel Motorcycle Club auf. Was konntet ihr davon mitnehmen? Rhyner: Die Konzerte im Ausland waren eine super Erfahrung. Wir hatten Auftritte bei denen uns sogar Frauen zujubelten, das gab es in der Schweiz nicht. Das Publikum war hier immer sehr kritisch.
Eder: Die Auftritte gaben uns viel Selbstvertrauen. Heute gehen wir auf die Bühne, ziehen unser Ding durch und geben einfach Vollgas. Früher hatten wir immer das Gefühl wir müssten irgendwelchen Anforderungen gerecht werden.

Nach langem Kampf erscheint nun euer Debutalbum. Was ist von der Vergangenheit übrig geblieben?
Rhyner: Eigentlich nichts. Wir machten einen totalen Schnitt und warfen die alten Sachen über Bord. Zwei Songs stammen noch aus älteren Zeiten, die wurden jedoch auch umgeschrieben oder angepasst. Es ist alles neu, frisch und eine kompromisslose Momentaufnahme unseres aktuellen Entwicklungsstands.

Ihr seid in jungen Jahren schon weit gekommen, lebt aber immer noch im beschaulichen Zug. Seid ihr Steuerflüchtlinge oder Lokalpatrioten? Rhyner: (lacht): Wir leben gerne in Zug, weil es hier fast alles hat und es nah an Zürich liegt.
Eder: Ich habe mir schon überlegt nach Zürich zu ziehen (sie arbeitet in Zürich), doch momentan ist eher Bern zu unserer zweiten Heimatstadt geworden. Wir sind regelmässig dort, weil es eine tolle Stadt mit netten Leuten ist.

Ist das Thema Ausland für euch abgehakt? Rhyner: Wir wollen schon wieder im Ausland spielen, es muss aber nicht Heute sein. Wir müssen das gut planen und uns finanziell absichern, weil du im Normalfall draufzahlst.
Eder: Und es ist ja nicht so, dass die Engländer auf eine Band aus Zug warten würden. Wir geben uns Zeit.

Das aktuelle Album „Delilahs“ ist im Fachhandel erhältlich.

Die Delilahs spielen am 6. Juni am „Stolze Openair“ in Zürich. Das Gratis-Openair geht am 5. und 6. Juli über die Bühne und es spielen Bands und Musiker wie: Phenomden (CH), The Bianca Story (CH), Big Zis (CH), Poni Hoax (F) oder Must Have Been Tokyo (CH).

Kommentare

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That hits the target perfeclty. Thanks!

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Wahnsinns Beitrag.Ich habe einige tolle Denkanstoesse gekriegt. Freue mich schon auf weitere Beitraege zum Thema.

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sagt:hihi klingt alles super interessant und errinnert mich ein wenig an tunesien, gerade wenn du erzählst wie es auf dem markt abläuft und wenn die kinder kommen und dich so kleine dinge fragen….hihi…toll………was, und bei so einem tollen film schläftst du fast ein..oaaaaaaa josi nöö, der ist doch so schön……..und wie es aussieht verstehst du dich mit allen blendend, toll^^vlg aus dem etwas hektischeren dresden^^sten;-)

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Hey Steffi und Volker,lese gerade, dass Ihr Mindelo anlauft. Ich starte morgen früh, am 2.12. von San Miguel / Teneriffa, auch Richtung Mindelo. Wenns gut läuft bin ich um den 10.12, herum dort, vielleicht sehen wir uns ja noch bevor es weiter nach Barbados geht,Würde mich freuen.Gruß an die ganze Bande auch von Katja und Niklas (die morgen zum Heimaturlaub aufbrechen)Mike(unterwegs bin ich zu erreichen: mittags vo 12:00Uhr -12:30 Uhr UTC unter +881631573908 oder mail an: (nur Text!!)

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